Die Österreichische Gesellschaft für Senologie (ÖGS), Interdisziplinäres Forum für Brustgesundheit, begrüßt ausdrücklich die von Bundesminister Stöger bekanntgegebenen Verbesserungen des Mammakarzinom Früherkennungsprogramms. Mit der Freigabe der Vorsorgemammografie für die Altersgruppe der über 70-Jährigen sowie dem Modus, der jeder Frau auch ohne Einladung nur mit ihrer e-Card im Zweijahresintervall eine Mammografie ermöglicht, sind wesentliche Forderungen der ÖGS erfüllt.

Breite Unterstützung des Früherkennungsprogramms durch führende Expertinnen und Experten
Die ÖGS, eine interdisziplinäre wissenschaftliche Vereinigung von Expertinnen und Experten zum Thema Brusterkrankungen, hat das Früherkennungsprogramm trotz einer Reihe von Kritikpunkten grundsätzlich unterstützt. Im letzten Jahr wies die ÖGS in mehreren Schreiben an das Ministerium und die Programmverantwortlichen im Hauptverband genau auf diese Probleme hin, die nun angegangen und behoben werden sollen.
“Der Schwenk der Programmverantwortlichen, jetzt auf die Ratschläge der Expertinnen und Experten zu hören, kommt sozusagen in letzter Minute: Selbst die Zahlen aus dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger zeigen, dass maximal 20 Prozent der eingeladenen Frauen tatsächlich Folge geleistet haben”, schildert Prim. Univ.-Doz. Dr. Rupert Koller, Präsident der ÖGS, die bisherigen Probleme. “Offensichtlich ist der Paradigmenwechsel, von sich aus bzw. auf Einladung zu einer Untersuchung gehen, ohne von einem zuweisenden Arzt oder Ärztin geschickt zu werden, für viele Österreicherinnen zu plötzlich gekommen. Andererseits wurden viele um ihre Gesundheit besorgte Frauen, die gerne eine Untersuchung gehabt hätten, weil ihre letzte Mammografie schon lange zurücklag, durch das rigide Einladungssystem noch nicht berücksichtigt. Auch die prinzipiell vorgesehene Selbstbeschaffung von Einladungen hat nicht immer reibungslos funktioniert, wie uns einige Schreiben von Betroffenen zeigen”, so Koller.

ÖGS hofft auf nunmehr breite Akzeptanz des Vorsorgeprogramms
Der angekündigte Modus, der jeder Frau auch ohne Einladung nur mit ihrer e-Card im Zweijahresintervall eine Mammografie ermöglicht, wurde von der ÖGS vehement gefordert und gibt sowohl den Frauen als auch uns Ärztinnen und Ärzten Verantwortung. “Bei Verdacht auf eine ernste Erkrankung muss selbstverständlich weiterhin jederzeit eine Untersuchung möglich sein”, sagt Koller.

Die Freigabe der Vorsorgemammografie für die Altergruppe der über 70 Jährigen erfüllt ebenfalls eine Forderung der ÖGS, weil der Ausschluss dieser Altergruppe mit hohem Auftreten von Mammakarzinomerkrankungen besonders vom psychologischen Standpunkt für die Betroffenen schwer verständlich war. Es sei zu hoffen, dass das nun medial groß angekündigte Einlenken von Hauptverband und Sozialversicherung dem Früherkennungsprogramm zu jener Publizität und Akzeptanz verhilft, die ihm die Verantwortlichen in Politik und Sozialversicherung bisher nicht verschaffen konnten. Trotzdem wird zu beobachten sein, ob sich die Zahl der tatsächlich durchgeführten Mammografien nun stabilisiert – dies wird letztlich der Erfolgsparameter sein müssen.